Dies sind die zwei Bündnisse - Galater 4, 24.

Eine Predigt (Nr. 69) gehalten am Sabbatmorgen, 2. März 1856, durch den REV. C. H. Spurgeon in der New Park Street Chapel, Southwark.

 

HIER kann kein grösserer Unterschied in der Welt zwischen zwei Dingen sein als da ist zwischen Gesetz und Gnade. Und doch, seltsam zu sagen, obwohl die Dinge diametral entgegengesetzt sind und sich grundsätzlich voneinander unterscheiden, ist der menschliche Sinn so verdorben, und der Intellekt, selbst wenn vom Geist gesegnet, ist dermassen abgewandt worden vom rechten Urteil, dass es eines der schwierigsten Dinge in der Welt ist, richtig zu unterscheiden zwischen Gesetz und Gnade. Wer den Unterschied versteht, und immer ins Gedächtnis ruft - den wesentlichen Unterschied zwischen Gesetz und Gnade - hat das Innerste der Gottheit erfasst. Der ist nicht weit davon, des Evangeliums Thema zu verstehen in all seinen Folgen, seinen Ansätzen und Verzweigungen, der recht zwischen Gesetz und Gnade zu unterscheiden vermag. Es gibt immer in einer Wissenschaft einen Teil, welcher sehr einfach und leicht zu verstehen ist, wenn wir ihn erlernt haben, der aber, zu Beginn, wie eine hohe Schwelle vor der Veranda steht.

 

Nun, die erste Schwierigkeit das Evangelium zu lernen ist folgende: Zwischen Gesetz und Gnade gibt es einen Unterschied offensichtlich genug für jeden Christen, und erst recht für jeden aufgeklärten und unterwiesenen; und doch, wenn noch so aufgeklärt und unterwiesen, gibt es immer eine Tendenz in uns, die beiden Dinge zu verwechseln. Sie sind so entgegengesetzt, wie Licht und Finsternis, und können nicht mehr übereinstimmen denn Feuer und Wasser; doch der Mensch wird fortwährend bestrebt sein die zwei zu verbinden – oft unwissend, und manchmal mutwillig. Sie versuchen, die beiden zu vermengen, wo sie Gott bestimmt voneinander getrennt hat. Wir wollen heute Morgen versuchen, euch etwas von den Allegorien der Sara und Hagar zu lehren, damit ihr dadurch den wesentlichen Unterschied zwischen den Bündnissen vom Gesetz und der Gnade besser verstehen mögt. Wir werden nicht auf das ganze Thema eingehen, sondern nur das illustrieren, was der Text uns offenlegt. Erstens will ich euch die zwei Frauen aufzeigen, welche Paulus als Typen benutzt - Hagar und Sara; dann will ich die beiden Söhne aufzeigen - Ismael und Isaak; an dritter Stelle, werde ich das Verhalten von Ismael gegenüber Isaak aufnehmen; und abschliessend werde ich auf die unterschiedlichen Schicksale der beiden eingehen.

 

I. Zuerst laden wir Sie ein DEN BEIDEN FRAUEN - Hagar und Sara die Aufmerksamkeit zu schenken. Es wird gesagt, dass Sie die Typen der beiden Bündnisse darstellen. Und bevor wir anfangen, dürfen wir nicht vergessen, Ihnen zu sagen, was die Bündnisse sind. Der erste Bund, für den die Hagar steht, ist der Bund der Werke, der das ist: "Da ist mein Gesetz, o Mensch, wenn du von deiner Seite dich daran machst es zu halten, werde ich von meiner Seite mich dafür einsetzen, dass du leben wirst, indem du es hältst. Wenn du versprechen willst meine Gebote perfekt zu befolgen, vollständig, vollkommen, ohne einen einzigen Makel, will ich dich in den Himmel tragen. Aber merke mir, wenn du ein Gebot missachtest, wenn du gegen eine einzige Verordnung rebellierst, werde ich dich für immer zerstören." Das ist der Hagar Bund - der Bund der am Sinai vorgetragen wurde, inmitten von Stürmen, Feuer und Rauch - oder eigentlich, der Bund der als erstes im Garten Eden vorgetragen wurde, als Gott zu Adam sprach: "An dem Tag, wo du davon isst, musst du gewisslich sterben." Solange er nicht von dem Baum ass, sondern unbefleckt und frei von Sünde blieb, sollte er ganz gewiss leben. Das ist der Bund des Gesetzes, der Hagar Bund.

 

Der Sara Bund ist der Bund der Gnade, nicht mit Gott und den Menschen gemacht, sondern mit Gott und Christus Jesus gemacht, welcher Bund dies ist: "Christus Jesus seinerseits trägt die Strafe für alle Sünden seines Volkes, um zu sterben, um ihre Schulden zu bezahlen, um ihre Missetaten auf seine Schultern zu nehmen; und der Vater verspricht seinerseits, dass alle für die der Sohn stirbt ganz gewiss gerettet werden sollen; dass Er ihre bösen Herzen sehend, sein Gesetz in ihre Herzen geben wird, dass sie nicht davon abweichen, und wie Er ihre Sünden sieht, wird Er an ihnen vorbei gehen und nicht mehr daran denken in alle Ewigkeit."

 

Der Bund der Werke war: "Tut dies und lebe, o Mensch!", aber der Bund der Gnade ist, "Tu dies, o Christus, und du sollst leben, o Mensch!" Der Unterschied der Bündnisse liegt hier. Der eine wurde mit Menschen gemacht, der andere mit Christus; der eine war ein bedingter Bund, bedingt von Adams Stand, der andere ist ein bedingter Bund mit Christus, aber vollkommen bedingungslos mit uns. Es gibt keinerlei Bedingungen im Bund der Gnade, oder wenn es Bedingungen gibt, gibt sie der Bund. Der Bund gibt Glaube, gibt Reue, gibt gute Werke, gibt Rettung, als einen völlig unentgeltlichen bedingungslosen Akt; noch ist unser Fortbestehen in diesem Bund auch nur im geringsten Grad von uns selbst abhängig. Der Bund wurde von Gott mit Christus gemacht, unterzeichnet, versiegelt und ratifiziert, in allen Dingen wohlgeordnet.

 

Nun komm und schau auf die Allegorie. Zuerst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sara, die der Typ des neuen Bundes der Gnade verkörpert, die ursprüngliche Frau Abrahams war. Bevor er irgendetwas von der Hagar wusste, war Sara, seine Frau. Der Bund der Gnade war schliesslich der ursprüngliche Bund. Da sind einige schlechte Theologen, die lehren, dass Gott den Menschen aufrichtig gemacht hat, und einen Bund mit ihm machte; Dass der Mensch sündigte, und dass als eine Art nachträglicher Einfall, Gott einen neuen Bund mit Christus für das Heil seines Volkes machte. Nun, das ist ein völliger Irrtum. Der Bund der Gnade wurde vor dem Bund der Werke gemacht; denn Christus Jesus stand, vor der Grundlegung der Welt, als ihr Haupt und Vertreter; und wir werden gesagt nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, erwählt zu sein, durch den Gehorsam und der Besprengung des Blutes Jesu.

 

Wir waren, lange bevor wir in Sünde fielen, von Gott geliebt; Er liebte uns nicht aus Mitleid mit uns, sondern Er liebte sein Volk, rein als Geschöpfe gesehen. Er liebte sie als sie zu Sündern wurden; aber als Er mit ihnen angefangen hatte, betrachtet Er sie als seine Geschöpfe. Er liess sie in Sünde fallen, um den Reichtum seiner Gnade, der vor ihrer Sünde existierte, zu verkünden. Er liebte und wählte sie nicht aus den übrigen, nach ihrem Fall, sondern Er liebte sie über ihre Sünde hinaus und vor ihrer Sünde. Er machte den Bund der Gnade bevor wir durch den Bund der Werke gefallen sind. Wenn Sie in die Ewigkeit zurück gehen und fragen könnten, welcher der ältest Geborene ist, würden Sie hören, dass Gnade vor dem Gesetz geboren war - dass es in die Welt kam lange bevor das Gesetz verkündet wurde. Älter sogar als die fundamentalen Prinzipien, die unsere Moral leiten, ist dieser fundamentale Fels der Gnade, im einst gemachten Bund, lange bevor Seher (Propheten) das Gesetz predigten, und lange bevor Sinai rauchte. Lange bevor Adam im Garten stand, hat Gott sein Volk zu ewigem Leben bestimmt, dass sie durch Jesus gerettet werden mögen.

 

Beachte als nächstes: obwohl Sara die ältere Frau war, gebar doch Hagar den ersten Sohn. So war der erste Mensch, Adam, der Sohn der Hagar; obwohl er vollkommen rein und makellos geboren wurde, war er nicht der Sohn der Sara, als er im Garten war. Hagar hatte den ersten Sohn. Sie gebar Adam, der eine Zeitlang unter dem Bund der Werke lebte. Adam lebte im Garten gemäss diesem Prinzip. Sünde zu verüben sollte sein Fall sein; und wenn er die Sünde unterlassen hätte, dann sollte er für immer stehen. Adam hatte es völlig in seiner eigenen Macht, ob er Gott gehorchen würde oder nicht: Demnach beruhte seine Rettung nur auf dieser Basis: "Wenn du die Frucht berührst, stirbst du; wenn du meinen Befehl befolgst, und sie nicht anfasst, sollst du Leben." Und Adam, vollkommen wie er war, war nur ein Ismael und nicht ein Isaak, bis nach seinem Fall. Scheinbar, auf jeden Fall, war er ein Hagarener, wenn er auch heimlich, im Bund der Gnade, ein Kind der Verheissung gewesen sein mag. Gepriesen sei Gott, dass wir jetzt nicht unter Hagar sind; wir sind nicht unter dem Gesetz, seit Adam fiel. Jetzt hat Sara Kinder hervorgebracht. Der neue Bund ist, "Die Mutter von uns allen."

 

Aber beachte noch einmal, Hagar war nicht dazu gedacht, eine Frau zu sein; sie hätte nie etwas anderes als ein Dienstmädchen der Sara sein sollen. Das Gesetz war nie dazu gedacht, Menschen zu retten: es wurde nur als Dienstmädchen für den Bund der Gnade entworfen. Als Gott das Gesetz am Sinai gab, war es abseits seiner Ideen, dass jemals ein Mensch dadurch gerettet werden würde; Er hatte sich nie erdacht, dass der Mensch dadurch Vollkommenheit erlangen würde. Aber Sie wissen, dass das Gesetz eine wundersame Magd der Gnade ist. Wer brachte uns zum Erlöser? War es nicht das Gesetz das in unseren Ohren donnerte? Wir wären nie zu Christus gekommen, wenn das Gesetz uns nicht dorthin getrieben hätte; wir hätten niemals die Sünde gekannt, wenn das Gesetz sie uns nicht offenbart hätte. Das Gesetz ist die Magd Saras um unsere Herzen zu fegen, und den Staub aufwirbeln zu lassen, so dass wir um Blut schreien das versprengt werden soll, damit sich der Staub legt. Das Gesetz ist, so zu sagen, der Hund von Jesus Christus, der seinen Schafen nachjagt und sie zum Hirten bringt; das Gesetz ist der Blitzschlag, der gottlose Menschen schreckt, und sie zur Umkehr vom Irrtum ihrer Wege bringt und nach Gott suchen lässt. Ah! wenn wir wissen, wie das Gesetz recht zu gebrauchen, wenn wir verstehen, sie an ihren rechten Platz zu stellen, und sie ihrer Herrin gehorsam machen, dann wird alles gut. Aber diese Hagar wird sich immer wünschen Herrin zu sein, wie die Sara; und Sara wird dies niemals zulassen, sondern wird sie mit Sicherheit harsch behandeln, und vertreiben. Wir müssen dasselbe tun; und uns von niemandem bemurren lassen, wenn wir die Hagarener hart behandeln in diesen Tagen - wenn wir manchmal harte Dinge gegen diejenigen sagen, die auf Werke des Gesetzes vertrauen. Wir werden Sara als ein Beispiel zitieren. Sie behandelte Hagar hart, und so werden wir. Wir beabsichtigen Hagar in die Wüste fliehen zu lassen: Wir wollen nichts mit ihr zu tun haben. Und doch ist es sehr bemerkenswert, dass so grob und makelhaft Hagar ist, Menschen immer eine grössere Liebe für sie haben, als für Sara; und sie sind anfällig stets zu schreien, "Hagar, du sollst meine Herrin sein", anstatt zu sagen: "Nein, Sara, ich will dein Sohn sein, und Hagar soll Leibeigene sein."

 

Was ist nun Gottes Gesetz? Es ist nicht über einem Christen - es ist unter einem Christen. Einige Menschen halten das Gesetz Gottes wie ein Stock, in terrorem, über Christen, und sagen, "Wenn du sündigst wirst du damit bestraft." So ist es nicht. Das Gesetz ist unter Christen; Es ist für ihn um darauf zu gehen, sein Wegweiser zu sein, seine Regel, sein Muster. "Wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade." Das Gesetz ist die Strasse, die uns führt, nicht der Stab der uns treibt, noch der Geist, der uns veranlasst. Das Gesetz ist gut und ausgezeichnet, wenn es an seinem Platz bleibt. Niemand tadelt die Magd, weil sie nicht die Frau ist; und niemand soll Hagar verachten, weil sie nicht die Sara ist. Wenn sie sich nur an ihr Amt erinnert hätte, wäre es gut gewesen, und ihre Herrin hätte sie nie heraus getrieben. Wir wünschen nicht das Gesetz aus den Kapellen zu vertreiben, solange es in seinem richtigen Platz gehalten wird; aber wenn es sich als Herrin aufführt, weg mit ihr; wir werden nichts mit Gesetzlichkeit zu tun haben.

 

Noch einmal: Hagar war nie eine freie Frau, und Sarah war nie eine Sklavin. So, geliebte, war der Bund der Werke nie frei, und keines seiner Kinder waren es jemals. All diejenigen, die auf Werke vertrauen sind nie frei, und können es nie sein, selbst wenn sie perfekt sein könnten in guten Werken. Selbst wenn sie keine Sünde haben, sind sie immer noch Leibeigene, denn wenn wir alles getan haben was wir tun sollen, ist Gott nicht unser Schuldner, wir bleiben Schuldner ihm gegenüber, und bleiben Leibeigene. Wenn ich alle Gottes Gesetz halten könnte, hätte ich kein Anrecht auf seine Gunst, denn ich habe nicht mehr getan als meine Pflicht und bleibe ein Leibeigener. Das Gesetz ist der rigoroseste Meister in der Welt, kein weiser Mensch würde seinen Dienst lieben; denn nach allem was du getan hast, gibt dir das Gesetz nie ein "Danke" dafür, sondern sagt: "Mach weiter, mein Herr, mach weiter!" Der arme Sünder, der versucht durch das Gesetz gerettet zu werden ist wie ein blindes Pferd, dass um einen Mühlstein rund herum geht, und nie einen Schritt weiter kommt, aber nur ständig gepeitscht wird; ja, desto schneller es geht, desto mehr Arbeit es leistet, desto müder wird es, um so schlimmer für es. Desto besserer Legalist ein Mensch ist, desto sicherer wird er verdammt; desto heiliger ein Mensch ist, wenn er seinen Werken vertraut, desto sicherer kann er sich seiner letztlichen Zurückweisung und seinem ewigen Teil mit Pharisäern sein. Hagar war eine Sklavin; Ismael, moralisch und gut wie er war, war nichts als ein Sklave, und konnte nie mehr sein. Nicht alle Werke, die er jemals für seinen Vater vollbracht hatte, konnten ihn zu einem frei-geborenen Sohn machen. Sara war nie eine Sklavin. Sie mag manchmal gefangen genommen worden sein vom Pharao, aber da war sie keine Sklavin; Ihr Ehemann mag sie manchmal geleugnet haben, aber sie war trotzdem seine Frau; sie war schnell wieder im Besitz ihres Mannes, und der Pharao war bald gezwungen sie zurück zu senden. So mag der Bund der Gnade einmal in Gefahr sein, und sein Stellvertreter mag schreien: "Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch von mir!" aber er war nie in echter Gefahr. Und manchmal scheinen die Menschen unter dem Bund der Gnade Gefangene und Leibeigene zu sein; und doch sind sie frei. Oh! Dass wir wissen wie „fest zu stehen in der Freiheit womit uns Christus frei gemacht hat."

 

Ein weiterer Gedanke. Hagar wurde vertrieben, wie ihr Sohn; aber nie Sara. So hat der Bund der Werke aufgehört, ein Bund zu sein. Nicht nur die Menschen die darauf vertrauten wurden vertrieben, nicht nur Ismael wurde vertrieben, sondern auch Ismaels Mutter. So kann sich der Legalist nicht nur selbst verdammt wissen, sondern das Gesetz als ein Bund ist nicht mehr, denn Mutter und Sohn werden beide durch das Evangelium vertrieben, und diejenigen, die dem Gesetz vertrauten werden von Gott weggeschickt. Du fragst dich bis heute, wer ist Abrahams Frau? Warum Sara; schläft sie nicht Seite an Seite mit ihrem Mann in der Machpela-Höhle [Die Höhle der Patriarchen oder Abrahams Beerdigungsplatz] in diesem Augenblick? Da liegt sie, und wenn sie dort noch für tausend weiter Jahre läge, wird sie immer noch Abrahams Frau sein, während es Hagar nie sein kann. Oh, wie süss zu denken, dass der Bund von alters her gemacht, in allen Dingen wohl geordnet war, und nie, nie, beseitigt wird. "So ist mein Haus fest bei Gott; denn er hat mir einen ewigen Bund gesetzt, in allem wohl geordnet und gesichert." Ach! ihr Legalisten, es wundert mich nicht, dass ihr die Lehre vom Abfall lehrt, denn das ist im Einklang mit eurer Theologie. Natürlich, Hagar musste vertrieben werden, und Ismael auch. Aber wir, die wir den Bund der freien und vollen Erlösung predigen wissen, dass Isaak nie vertrieben werden soll, und dass Sara nie aufhören soll, Freund und Frau Abrahams zu sein. Ihr Hagarener! Ihr Zeremonalisten! Ihr Heuchler! Ihr Formalisten! Was wird es nützen, wen ihr schliesslich sagen werdet: "Wo ist meine Mutter? Wo ist meine Mutter, das Gesetz?" Oh! Sie ist vertrieben worden und du magst mit ihr in die ewige Vergessenheit gehen. Aber wo ist meine Mutter? Kann der Christ zuletzt sagen; und es wird gesagt werden: "Da ist die Mutter der treuen, das himmlische Jerusalem, die Mutter von uns allen; und wir werden eingehen, und wohnen mit unserem Vater und unserem Gott."

 

II. Nun werden wir die beiden Söhne betrachten. Während die beiden Frauen die Typen für die beiden Bündnisse waren, waren die beiden Söhne die Typen von denen, die unter dem jeweiligen Bund leben. Isaak ist ein Typ des Menschen, der im Glauben wandelt und nicht im Schauen, und hofft durch Gnade gerettet zu werden; Ismael des Menschen, der nach den Werken lebt, und hofft, durch seine eigenen guten Taten gerettet zu werden. Lasst uns diese zwei betrachten.

 

Erstens, Ismael ist der ältere. So, meine Lieben, ist der Legalist einiges älter als der Christ. Wenn ich bis heute ein Legalist wäre, sollte ich etwa fünfzehn oder sechzehn Jahre älter sein als ich als Christ bin, denn wir werden alle als Legalisten geboren. Apropos Arminianer, Whitfield sagte, "Wir werden alle als Arminianer geboren." Es ist die Gnade, die uns zu Calvinisten macht, Gnade, die Christen aus uns macht, Gnade, die uns frei macht, und uns zur Erkenntnis unserer Stellung in Christus Jesus führt. So ist vom Legalist zu erwarten, dass er die schlagkräftigeren Argumente hat als Isaak; und wenn die beiden Jungen mit einander ringen, fällt natürlich Isaak im allgemeinen, denn Ismael ist der grösste Kerl. Und du musst damit rechnen zu hören, dass Ismael den grössten Lärm macht, denn er wird ein wilder Mann sein, seine Hand gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn; wohingegen Isaak ein friedlicher Junge ist. Er steht immer für seine Mutter auf, und wenn er verspottet wird, kann er hingehen und seiner Mutter sagen, dass Ismael ihn verspotteten hat; aber das ist alles, was er tun kann; er hat nicht viel Kraft. Das merken Sie auch heutzutage. Die Ismaeliter sind in der Regel die stärksten, und sie können uns verzweifelt zu Fall bringen, wenn wir mit ihnen streiten. In der Tat, es ist ihr Ruhm und Ehre, dass die Isaaks nicht viel Überlegungskraft haben – nicht viel Logik. Nein, Isaak will es nicht, denn er ist ein Erbe nach der Verheissung, und Verheissung und Logik gehören nicht gross zusammen. Seine Logik ist sein Glaube; seine Rhetorik ist seine Ernsthaftigkeit. Erwarte nie, dass das Evangelium siegreich sein wird, wenn du nach menschlicher Weise streitest; erwarte vielmehr geschlagen zu werden. Wenn du eine Rede hältst mit einem Legalisten, und er dich schlägt, sage: "Ha! Das habe ich erwartet; es zeigt, dass ich ein Isaak bin, denn Ismael wird mit Sicherheit Isaak Prügel geben, und das bereue ich keineswegs. Dein Vater und deine Mutter waren in der Blüte des Lebens, und waren stark; und es war natürlich, dass du mich überwältigen solltest, denn mein Vater und meine Mutter waren ziemlich alte Menschen.

 

Aber wo war der Unterschied zwischen den beiden Knaben in ihrer äusseren Erscheinung? Es gab keinen Unterschied zwischen ihnen, was die Verordnungen betrifft, denn beide von ihnen wurden beschnitten. Es gab keine Unterscheidung im Hinblick auf die äusseren und sichtbaren Zeichen. So, meine Hochgeliebten, gibt es oft keinen Unterschied zwischen Ismael und Isaak, zwischen dem Legalisten und dem Christen, in Fragen der äusseren Zeremonien. Der Legalist nimmt das Abendmahl und ist getauft; er würde sich fürchten zu sterben, wenn er es nicht täte. Und ich glaube nicht, dass es einen grossen Unterschied gab im Charakter. Ismael war ein fast so guter und ehrenhafter Mann wie Isaak; es wird nichts gegen ihn gesagt in der Schrift; tatsächlich bin ich geneigt zu glaube, dass er ein besonders guter Junge war, aufgrund der Tatsache, dass als Gott einen Segen gab, und sprach: "Mit Isaak soll der Segen sein." Abraham sagte: "Ach, dass Ismael vor dir leben möchte!" Er schrie zu Gott für Ismael, weil er den Jungen liebte, zweifellos für sein Gemüt. Gott sagte, ja, ich will Ismael so und so ein Segen geben; er soll der Vater von Fürsten sein, er soll zeitliche Segnungen haben; aber Gott würde abweichen, selbst um Abrahams Gebete. Und während Sara ziemlich erbittert war, wie sie wohl sein musste, an dem Tag da sie Hagar aus dem Haus trieb, heisst es: "es missfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen;" und ich vermute nicht, dass Abrahams Bindung eine törichte war. Da ist ein Zug in Ismaels Charakter, den du sehr liebst. Als Abraham starb, hat er Ismael keinen einzigen Stock oder Stein hinterlassen, denn er hatte ihm zuvor sein Teil gegeben und ihn weg geschickt; und doch kam er zur Beerdigung seines Vaters, denn es wird gesagt, dass seine Söhne Ismael und Isaak ihn in Machpela begruben. Es scheint so kaum einen Unterschied im Charakter der beiden gegeben zu haben. So, meine Hochgeliebten, gibt es wenig Unterschied zwischen dem Legalisten und dem Christen hinsichtlich dem äusseren Wandel. Sie sind beide die sichtbaren Söhne Abrahams. Es ist keine Unterscheidung des Lebens; denn Gott erlaubt Ismael so gut wie Isaak zu sein, um zu zeigen, dass es nicht die Güte des Menschen war, die irgendeinen Unterschied machte, sondern, dass "Wen er will, über den erbarmt er sich, und wen er will, verhärtet er."

 

Was war dann der Unterschied? Paulus hat uns gesagt, dass der erste nach dem Fleisch geboren wurde, und der zweite nach dem Geist. Der erste war ein natürlicher Sohn, der andere eine geistiger. Fragen Sie den Legalisten "Sie tun gute Werke; Sie haben Busse getan, sagen Sie: Sie halten das Gesetz, und Sie haben es nicht nötig Busse zu tun. Nun, wo haben Sie Ihre Kraft her?" Vielleicht sagt er, "Gnade"; aber wenn Sie ihn fragen was er meint, sagt er, dass er sie genutzt hat; er hatte Gnade, aber er hat sie genutzt. Dann ist der Unterschied, Sie haben Ihre Gnade genutzt, und andere haben es nicht. Ja. Gut, dann, ist es Ihr eigenes Tun. Sie mögen es Gnade nennen, oder Sie mögen es Senf[korn] nennen; es war keine Gnade nach allem, denn es war Ihr Benutzen, sagen Sie, dass den Unterschied machte. Aber fragen Sie den armen Isaak, wie er das Gesetz gehalten hat, und was sagt er? Sehr schlecht, in der Tat. Sind Sie ein Sünder, Isaak? "Oh! Ja, ein überaus grosser; ich habe mich gegen meinen Vater aufgelehnt unzählige mal; Ich habe mich oft von ihm weg verlaufen." Dann denken Sie sich nicht ganz so gut wie Ismael, tun Sie? "Nein." Aber dennoch ist da ein Unterschied zwischen Ihnen und ihm nach allem. Was hat den Unterschied gemacht? "Was, Gnade hat mich anders gemacht." Warum ist nicht Ismael ein Isaak? Hätte Ismael ein Isaak sein können? "Nein", sagt Isaak, "es war Gott der mich anders gemacht hat, vom ersten bis zum letzten; er hat mich ein Kind der Verheissung gemacht bevor ich geboren wurde, und er muss mich so halten."

"Gnade das ganze Werk wird krönen

Durch ewige Tage;

Er liegt im Himmel der Schlussstein,

Und wohl verdient den Lob. "

 

Isaak hat mehr wirklich gute Werke; er steht nicht als zweiter hinter Ismael. Wenn er umgewandelt ist, arbeitet er, wenn es möglich ist, seinem Vater weit mehr zu dienen als der Legalist seinem Meister; aber dennoch zweifellos, wenn Sie ihre beiden Erzählungen hören würden, würden Sie Isaak sagen hören, dass er ein armseliger elender Sünder war, während sich Ismael als ein sehr ehrenwerter pharisäischer Gentleman herausstellen würde. Der Unterschied ist nicht in den Werken, wohl aber im Motiv; nicht im Leben, aber im Mittel mit dem das Leben erhalten wird—nicht so sehr darin was sie tun, sondern viel mehr wie sie es tun. Hier, also, ist der Unterschied zwischen einigen von Euch. Nicht, dass Ihr Legalisten schlimmer seid als Christen; Ihr mögt oft besser sein in eurem Leben, und dennoch könnt Ihr verloren sein. Beschweren Sie sich über das als ungerecht? Nicht im geringsten. Gott sagt, Menschen müssen aus Glaube gerettet werden, und wenn Sie sagen: "Nein, ich werde durch Werke gerettet", können Sie es versuchen, aber Sie werden für immer verloren sein. Es ist, als ob Sie einen Diener hätten, und Sie sagen sollten: "John, geh und tu die und die Sache im Stall;" aber er geht weg und macht genau das Umgekehrte, und sagt dann: "Herr, ich habe es sehr schön gemacht." "Ja", sagen Sie, "aber das ist nicht das, was ich dir zu tun gesagt habe." So hat Ihnen Gott nicht gesagt, Sie sollen Ihre Rettung durch gute Werke erarbeiten; aber er hat gesagt: "verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen." Damit, wenn Sie vor Gott kommen mit Ihren guten Werken, Er sagen wird: "Ich habe dir nie gesagt das zu tun. Ich sagte: Glaube an den Herrn Jesus Christus und lass dich taufen, und du wirst gerettet werden." "Ah!" Sagen Sie: "Ich dachte, das andere sei ein viel besserer Weg." Herr, Sie werden für Ihre Gedanken verloren gehen. "Was wollen wir nun sagen? Dass Heiden, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben" wo Israel, das nach Gerechtigkeit strebte, es nicht erlangt hat? Es ist dies: "Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes."

 

III. Jetzt werde ich kurz ein oder zwei Worte sagen was ISMAELS VERHALTEN GEGENÜBER ISAAK betrifft. Es heisst, dass Ismael Isaak verspottete. Haben sich nicht einige von Euch, liebe Söhne der Hagar, überaus verärgert gefühlt, als Sie von dieser Lehre gehört haben? Ihr habt gesagt: "Es ist furchtbar, es ist schrecklich, es ist ziemlich ungerecht, dass ich so gut sein kann wie Ich mag, aber wenn ich kein Sohn der Verheissung bin, kann ich nicht gerettet werden; es ist wirklich entsetzlich, es ist eine unmoralische Lehre; es richtet viel Schaden an, und sollten gestoppt werden." Natürlich! Das zeigt, dass Sie ein Ismael sind. Natürlich spottet Ismael über Isaak; und wir brauchen keine weitere Erklärung. Wo die reine Souveränität Gottes gepredigt wird, wo es so gehalten wird, dass das Kind der Verheissung, und nicht das Kind des Fleisches, der Erbe ist, da macht das Kind des Fleisches immer einen Trubel darüber. Was sagte Ismael zu Isaak? "Was hast du hier zu tun? Bin ich nicht der älteste Sohn meines Vaters? Ich hätte all das Eigentum haben sollen, wenn es nicht wegen dir gewesen wäre. Bist du über mir?" So redet der Legalist. "Ist nicht Gott der Vater aller? Sind wir nicht alle seine Kinder? Er sollte keinen Unterschied machen." Sagte Ismael: "Bin ich nicht so gut wie du? Diene ich nicht auch meinem Vater? Was dich angeht, du weisst, dass du der Liebling deiner Mutter bist, aber meine Mutter ist so gut wie deine." Und so hänselt und spottet er Isaak.

 

Das ist genau wie ihr Arminianer es mit der freien Errettung macht. Der Legalist sagt: "Ich sehe es nicht, ich kann es nicht haben, und ich werde nicht; wenn wir beide gleich sind im Charakter, kann es nicht fair sein, dass einer verloren sein soll, und der andere gerettet." Und so spottet er über die freie Gnade. Du magst problemlos weitermachen, wenn du die freie Gnade nicht zu frei predigst, aber wenn du es wagst, solche Dinge zu sprechen, obwohl sie der Masse anstössig sind, was werden die Leute sagen? Sie nennen es "Köder zur Popularität." (Siehe die sogenannte FREEMAN Zeitung.) Wenige Fische, jedoch, beissen an diesen Köder. Die meisten Menschen sagen: "Ich hasse ihn, ich kann ihn nicht ertragen; er ist so lieblos." Ihr sagt, wir predigen das um beliebt zu werden! Warum, es ist, auf der Oberfläche, eine schamlose Lüge; denn die Lehre von Gottes Souveränität wird immer unbeliebt sein; Menschen werden es immer hassen, und mit den Zähnen knirschen, genau wie sie es taten, als es Jesus lehrte. Viele Witwen, sagte er, waren in Israel, aber zu keiner von diesen wurde der Prophet gesandt, bis auf eine Witwe von Zarpat. Und viele Aussätzige waren in Israel, aber keiner von denen wurde geheilt, ausser einem, der weit weg von Syrien kam. Eine schöne Popularität bekam unser Erlöser von dieser Predigt. Die Leute knirschten ihre Zähne zu ihm; und all die Popularität, die er hatte, wäre gewesen, um ihn den Hügel hinunter zu stossen, von dem, so heisst es, sie ihn Kopfüber geworfen hätten, doch er machte sich seinen Weg von ihnen heraus und entkam. Was! Beliebt eines Menschen Stolz zu demütigen, des Menschen Stand zu verwerfen, und ihn vor Gott erschaudern lassen als einen armen Sünder? Nein; es wird nie beliebt sein, bis Menschen als Engel geboren werden, und alle Menschen den Herrn lieben, und das wird jetzt noch nicht sein, hoffe ich.

 

IV. Aber wir müssen uns erkunden, WAS AUS DEN BEIDEN SÖHNEN GEWORDEN IST. Erstens, Isaak hatte all das Erbe, und Ismael keines. Nicht, dass Ismael arm davon gekommen war, denn er hatte viele Geschenke, und wurde sehr reich und gross in dieser Welt; aber er hatte kein geistiges Erbe. So wird der Legalist viel Segen bekommen, als eine Belohnung für seine Rechtmässigkeit; er wird respektiert und geehrt werden. "Wahrlich," sagte Christus, "die Pharisäer haben ihren Lohn dahin." Gott beraubt niemanden seines Lohnes. Nach was auch immer ein Mensch angelt, das fängt er. Gott zahlt Menschen alles was er schuldet, und sehr viel mehr; und die seine Gesetz halten, werden selbst in dieser Welt grosse Gunst empfangen. Durch das befolgen von Gottes Befehlen werden sie ihre Körper nicht so sehr verletzen wie die lasterhaften, und sie werden ihren Ruf besser bewahren - Gehorsam tut gut auf diese Weise. Anderseits hatte Ismael nichts von dem Erbe. So, Sie armer Legalist, wenn Sie sich auf Ihre Werke verlassen, oder auf irgendetwas ausser der freien souveränen Gnade Gottes, zu Ihrer Errettung vom Tode, Sie werden nicht einmal einen Fuss des Erbes von Kanaan haben, aber an diesem grossen Tag, da Gott die Anteile aller Söhne Jakobs zuteilt, wird nicht ein Fetzen für Sie sein. Aber wenn Sie ein armseliger Isaak sind, ein armseliger schuldiger zitternder Sünder - und Sie sagen: 

 

"Ismael hat seine Hände voll,

Aber nichts in meinen Händen bring ich,

nur ans Kreuz klammere ich mich."

Wenn du heute Morgen sagst —

Ich bin rein gar nichts,

Aber Jesus Christus ist mein alles in allem."

 

Wenn Sie alle Werke des Fleisches aufgeben, und bekennen: "Ich der grösste Sünder bin, aber ich bin das Kind der Verheissung; und Jesus starb für mich," sollen Sie ein Erbe haben, und Sie sollen ihm nicht beraubt werden von allen spottenden Ismaels in der Welt; noch soll es durch die Söhne Hagars vermindert werden. Sie mögen manchmal verkauft werden, und nach Ägypten hinunter geführt werden, aber Gott wird seine Josefs und seine Isaaks wieder zurück bringen, und Sie werden noch zur Herrlichkeit erhoben werden, und zur rechten Hand Christi sitzen. Ah! Ich habe oft überlegt, welche Bestürzung in der Hölle sein wird, wenn äusserlich gute Menschen dorthin gehen. "Herr", sagt einer als er eingeht, "Ich soll in dieses abscheuliche Verliess gehen? Habe ich nicht den Sabbat gehalten? War nicht ich eine strikter Sabbatarier? Ich habe nie geflucht oder geschworen in meinem ganzen Leben. Soll ich da hingehen? Ich bezahlte den Zehnten von allem was ich besass, und ich soll dort eingesperrt werden? Ich war getauft; Ich nahm das Abendmahl; Ich war alles, was je ein Mensch sein könnte, das gut wäre. Es ist wahr, ich habe nicht an Christus geglaubt; aber ich habe nicht gedachte, dass ich Christus bräuchte, denn ich dachte, ich wäre zu gut und zu ehrenvoll; und ich soll dort eingesperrt werden?" Ja Herr! und unter den Verdammten sollst du diesen Vorrang haben, dass du Christus von allen am meisten verachtet hast. Sie stellten nie einen Anti-Christ auf. Sie folgten der Sünde, und so tatst du in deinem Mass, aber du hast zu deinen Sünde diese verdammenswerteste Sünde hinzugetan: dass du dich selbst als einen Anti-Christ aufgestellt hast, und dich niederbeugtest und deine eigene eingebildete Güte angebetet hast. Dann wird Gott fortfahren dem Legalist zu sagen, "an jenem Tag hörte ich dich über meine Souveränität wettern; ich hörte dich sagen, es sei unfair von mir, mein Volk zu retten, und meine Gunst nach dem Rat meines eigenen Willens zu verteilen; du hast deines Schöpfers Gerechtigkeit bestritten, und Gerechtigkeit sollst du in all seiner Macht haben." Der Mann hatte gedacht, er habe ein grosses Guthaben auf seiner Seite, doch er stellt fest es ist nur ein kleines Körnchen Pflicht; aber dann hält Gott die immense Rolle seiner Sünden hoch, mit dem am Schluss: "Ohne Gott, ohne Hoffnung, ein Fremder aus der Bürgerschaft Israels!" Der arme Mann sieht dann, dass sein kleiner Schatz nicht halb eine Milbe ist, während Gottes grosse Rechnung zehntausend Millionen Talente ist; und so mit einem entsetzlichen Geheul und einem verzweifelten gellendem Geschrei, rennt er weg mit all seinen kleinen Notizen von Verdienst, die er gehofft hatte, dass sie ihn retten würden; heulend, "Ich bin verloren! Ich bin verloren mit all meinen guten Werken! Ich habe festgestellt all meine guten Werke waren Sand, aber meine Sünden waren Berge; und weil ich nicht glaubte, war all meine Gerechtigkeit weiss getünchte Heuchelei."

 

Jetzt, noch einmal, Ismael wurde weggeschickt, und Isaak wurde im Haus behalten. So da sind Sie einige von Euch, wenn der suchende Tag kommen wird, um Gottes Gemeinde zu prüfen, obwohl Sie in der Gemeinde lebten so wie andere, obwohl Sie die Maske der Bekenntnis aufgesetzt haben, werden Sie feststellen, dass es nichts nützt. Sie waren wie der ältere Sohn; wann immer ein armer verlorener Sohn in die Gemeinde kam, haben Sie gesagt, "Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Huren vergeudet hat, hast du für ihn das gemästete Kalb geschlachtet!" Ah! Neidischer Legalist, Sie werden zuletzt aus dem Haus verbannt werden. Ich sage Ihnen Legalist, und Formalist, dass Sie nicht mehr mit Christus zu tun haben als die Heiden haben, und obwohl Sie mit der christlichen Taufe getauft worden sind, obwohl Sie an einem christlichen Tisch sitzen, obwohl Sie eine christliche Predigt hören, haben Sie weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache, nicht mehr als ein Katholik oder ein Mohammedaner, es sei denn, Sie vertrauen allein auf die Gnade Gottes, und sind ein Erbe nach der Verheissung. Wer auch immer auf seine Werke vertraut, wenngleich es noch so wenig sei, wird feststellen, dass das wenige Vertrauen seine Seele verderben wird. Alles was die Natur einwickelt muss aufgewickelt werden. Das Schiff, das Werke gebaut haben, muss ihr Kiel halbiert haben. Eine Seele muss allein und gänzlich auf den Bund Gottes vertrauen, oder aber diese Seele ist verloren. Legalist, Sie hoffen durch Werke gerettet zu werden. Komm, jetzt, ich werde Sie respektvoll behandeln. Ich werde Sie nicht damit anschuldigen ein Trunkenbold gewesen zu sein, oder ein Flucher; aber ich will Sie fragen, sind Sie sich bewusst, dass es um durch Ihre Werke gerettet zu werden erforderlich ist, dass Sie vollkommen perfekt sind?

 

Gott verlangt die Einhaltung des ganzen Gesetzes. Wenn Sie ein Gefäss mit dem kleinsten Riss haben, ist es kein ganzes mehr. Haben Sie nie eine Sünde begangen in Ihrem ganzen Leben? Haben Sie nie ein böser Gedanke gedacht, nie eine bösen Phantasie gehabt? Komm, Herr, ich würde nicht annehmen, dass Sie diese weissen Samthandschuhe mit so etwas wie Lust befleckt haben, oder Fleischlichkeit, oder dass Ihr feiner Mund der solch keusche Sprache gebraucht, sich jemals zu einem Schwur herabgelassen hat, oder irgend so etwas wie Schlüpfrigkeit; Ich werde mir nicht vorstellen, dass Sie jemals Lüsterner Sohn gesungen haben; Ich werde das ausser Frage lassen—aber haben Sie nie gesündigt? "Ja", sagen Sie. Dann merken Sie sich das: "Die Seele, die sündigt, sie soll sterben"; und das ist alles, was ich Ihnen zu sagen habe. Aber wenn Sie leugnen wollen, dass Sie je gesündigt haben, wissen Sie, dass wenn Sie in der Zukunft auch nur eine Sünde begehen—wenn Sie auch für 70 Jahre ein perfektes Leben leben sollten, und Sie am Ende dieser 70 Jahre eine Sünde begehen sollten, würde all Ihr Gehorsam für nichts gehen; denn wer "in einem strauchelt, ist aller Gebote schuldig geworden." "Herr", sagen Sie, "Sie gehen auf einer falschen Annahme, denn obwohl ich glaube, dass ich ein paar gute Werke tun sollte, glaube ich, dass Jesus Christus sehr barmherzig ist, und obwohl ich nicht gerade perfekt bin, bin ich aufrichtig, und ich glaube aufrichtiger Gehorsam wird anstelle von vollkommenem Gehorsam angenommen werden." Das tun Sie, in der Tat! und bitte was ist aufrichtiger Gehorsam? Ich kannte einen Mann der sich einmal pro Woche betrunken hatte; er war sehr aufrichtig, und er glaubte nicht, dass er verkehrt handelte, solange er am Sonntag nüchtern war. Viele Menschen haben etwas, was sie einen aufrichtigen Gehorsam nennen, aber es ist einer der immer ein wenig Spielraum für Schuld lässt. Aber dann sagen Sie: "Ich nehme nicht zu viel Spielraum, es ist nur ein wenig Sünde, die ich erlaube." Mein geehrter Herr, Sie sind ziemlich im Irrtum was Ihr aufrichtiger Gehorsam angeht, denn wenn das ist, was Gott verlangt, dann sind Hunderte von den niederträchtigsten Charakter so aufrichtig wie Sie es sind. Aber ich glaube nicht, dass Sie aufrichtig sind. Wenn Sie aufrichtig wären, würden Sie befolgen was Gott sagt: "Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden."

 

Es fällt mir auf dein aufrichtiger Gehorsam ist ein aufrichtiger Wahn, und so werden Sie es feststellen. "Oh", sagen Sie: "Ich glaube, dass nach allem was wir getan haben, wir zu Jesus Christus gehen müssen, und wir sagen müssen: "Herr, es gibt hier einen grossen Mangel, willst du ihn decken?" Ich habe davon gehört Hexen gegen die Pfarrei Bibel abzuwägen, und wenn sie als schwerer befunden werden, werden sie für unschuldig erklärt; aber die Hexe und die Bibel in die gleiche Waagschale zu legen, ist mir eine neue Idee. Aber nein, Christus wird nicht in die gleiche Waagschale gehen mit einem solch verblendeten Narr wie Sie sind. Sie möchten, dass Christus ein Lückenbüsser ist. Er ist dir sehr dankbar für das Kompliment, aber Er wird kein solch niedriger Dienst annehmen. "Oh", sagen Sie, "er soll mir helfen wenn es um das Heil geht." Ja, ich weiss das würde Ihnen gefallen; aber Christus ist eine ganz andere Art von Retter; Er hat eine Neigung, wenn Er etwas tut, alles zu tun. Sie mögen es seltsam finden, aber Er mag nie irgendwelche Unterstützung. Als Er die Welt gemacht hat, hat Er den Engel Gabriel nicht einmal darum gebeten, die geschmolzene Materie mit seinen Flügeln zu kühlen, sondern Er tat es komplett selbst. So ist es in der Erlösung: Er sagt, "meine Ehre gebe ich keinem anderen" Und ich bitte Sie daran zu erinnern, wie Sie behaupten zu Christus zu gehen, und doch selbst ein kleiner Anteil an der Angelegenheit zu haben, dass es einen Absatz in den Schriften gibt, welcher treffend für Sie ist, und an dem Sie nach Ihrem Belieben kauen mögen "Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade; wenn aber um der Werke willen, so ist es nicht mehr Gnade, sonst ist das Werk nicht mehr Werk." Denn wenn Sie die beiden zusammen mischen, verderben Sie beide.

 

Gehen Sie nach Hause, Herr, und machen Sie sich einen Haferbrei mit Feuer und Wasser, bemühen Sie sich in Ihrem Haus ein Löwe und ein Lamm zu halten, und wenn Ihnen dies gelungen ist, erzählen Sie mir, dass Sie Werke und Gnade vereinbart haben, und ich sage Ihnen, selbst dann haben Sie mir eine Lüge erzählt, denn die beiden Dinge sind so grundlegend entgegengesetzt, dass es nicht getan werden kann. Wer auch immer unter Euch alle seine guten Werke wegwirft, und zu Jesus kommt, mit diesem

 

"Nichts, nichts, NICHTS,  

Nichts in meinen Händen bringe ich,

nur ans Kreuz klammere ich mich."

 

Christus wird Ihnen gute Werke genug geben, sein Geist wird in Ihnen wirken sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen, und wird Sie heilig und vollkommen machen; aber wenn Sie bestreben, Heiligkeit vor Christus zu erlangen, haben Sie am falschen Ende begonnen, Sie haben die Blume gesucht, bevor Sie die Wurzel haben, und sind töricht für Ihre Mühe. Ismaels, zittert vor Ihm jetzt! Wenn andere von euch Isaaks sind, möget Ihr immer daran denken, dass Ihr Kinder der Verheissung seid. Steht fest. Werdet nicht durch das Joch der Knechtschaft verstrickt, denn Ihr seid nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.

 

Übersetzung: David Suppiger