Christus das Ende des Gesetzes.

Eine Predigt (Nr. 1325) gehalten am Sonntagmorgen, 19. November 1876, in der Metropolitan Tabernacle, Newington von C. H. Spurgeon .

 

«Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.» Römer 10, 4

 

IHR erinnert euch, dass wir letzten Sonntagmorgen von «den Tagen des Menschensohnes» sprachen. Oh, dass doch jeder Sonntag ein Tag dieser Art im geistlichsten Sinne sein möge! Ich hoffe, dass wir erstreben werden jeden Tag des Herrn, wie er wiederkommt, zu einem Tag des Herrn zu machen, indem wir viel an Jesus denken, indem wir uns viel an Ihm erfreuen, indem wir für Ihn arbeiten und durch unser zunehmend aufdringliches Gebet, dass die Versammlung zu Ihm sein möge. Wir mögen nicht sehr viele Sabbate zusammen haben — der Tod mag uns bald scheiden — doch solange wir imstande sind uns als eine Christliche Versammlung zu treffen, lasst uns nie vergessen, dass Christi Gegenwart unsere grösste Not ist, und lasst uns dafür beten und den Herrn anflehen, dass er uns diese Gegenwart immer gewährt in Demonstrationen von Licht, Leben und Liebe! Ich werde zunehmend ernsthaft, dass jede Predigtzeit eine Seelen-rettende Zeit sein soll. Ich kann tief mit Paulus mitfühlen, wenn er sagte, «Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel ist, dass sie gerettet werden.» Wir hatten so viel Predigt, doch, vergleichsweise gesehen, so wenig an Jesus glauben. Und wenn da kein an Ihn glauben ist, hat weder das Gesetz noch das Evangelium sein Ziel erreicht und unsere Mühen waren vollkommen umsonst. Einige von euch haben gehört, und gehört, und wieder gehört, aber ihr habt nicht an Jesus geglaubt! Wenn euch das Evangelium nicht zu gehör gekommen wäre, hättet ihr nicht seiner Verweigerung schuldig sein können. «Haben sie es etwa nicht gehört?» sagt der Apostel. «Doch, ja!» und doch, «Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht.» Bis zum jetzigen Zeitpunkt war da kein hören mit den inneren Ohren und kein Werk des Glaubens im Herzen bei vielen die wir lieben. Liebe Freunde, soll es immer so sein? Wie lange soll es so sein? Soll da nicht, bald, dieser Aufnahme der äusserlichen Mittel und Ablehnung der inneren Gnade ein Ende kommen? Wird deine Seele nicht, bald, mit Christus zur gegenwärtigen Rettung herankommen? Brich

an! Brich an, O himmlischer Tag, über die umnachteten, denn unsere Herzen brechen um ihretwillen!

 

Der Grund warum viele nicht zu Christus kommen ist nicht, weil sie nicht ernsthaft sind, gewissermassen, und bedacht und begierig gerettet zu werden, sondern weil sie Gottes Weise der Rettung nicht leiden können! «Sie haben Eifer für Gott, aber nicht nach der rechten Erkenntnis.» Wir bringen sie durch unsere Ermahnung soweit auf dem Weg, dass sie begierig werden das ewige Leben zu erhalten, aber, «sie haben sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.» Beachte, «sich unterworfen», denn es braucht Unterwerfung! Der stolze Mensch will sich selber retten! Er glaubt er kann es und er wird die Aufgabe nicht übergeben bis er seine eigene Hilflosigkeit durch unglückliches Versagen herausfindet. Rettung durch Gnade, nach forma pauperis (Armenrecht) einzuklagen — als ein unverdienter Segen von freier, unverdienter Gnade zu erbitten — das ist es wozu das Trachten des Fleisches nicht kommen wird solange es sich helfen kann! Ich flehe den Herrn an so zu wirken, dass einige von euch nicht anders können. Und oh, Ich habe gebeten, dass, während ich diesen Morgen versuche Christus darzulegen als das Ende des Gesetzes, Gott es einigen Herzen segnen möge, dass sie sehen mögen was Christus getan hat, und es wahrnehmen mögen als viel besser als irgendetwas das sie tun können! Mögen sie sehen was Christus vollbracht hat und müde werden von dem woran, sie selbst, so lange gearbeitet und nicht gut begonnen haben zu diesem Tag. Vielleicht mag es dem Herrn gefallen sie zu bezaubern mit der Perfektion der Rettung die in Christus Jesus ist. Wie Bunyan sagen würde, «Es mag, vielleicht, das Wasser in ihren Mündern danach zusammenlaufen lassen,» und wenn ein heiliger Appetit anfängt, wird es nicht lange dauern bis das Festessen genossen wird! Es mag sein, dass wenn sie das Gewand von gearbeitetem Gold sehen, welches Jesus so frei nackten Seelen schenkt, sie ihre befleckten Kleider wegwerfen die sie jetzt so eng umarmen.

 

Ich werde über zwei Dinge reden, diesen Morgen, wie mir der Geist Gottes helfen wird. Das erste ist, Christus in Verbindung mit dem Gesetz —

Er ist «das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit». Und zweitens, uns selbst in Verbindung mit Christus — «für jeden der glaubt ist Christus das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit.»

 

I. Erstens, also, CHRISTUS IN VERBINDUNG MIT DEM GESETZ. Das Gesetz ist das was wir, als Sünder, über alles Grund zu fürchten haben; denn der Stachel des Todes ist die Sünde, und die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gegen uns schiesst das Gesetz verschlingende Flammen, denn es verdammt uns, und weist uns in todernster Erklärung einen Platz unter den Verfluchten zu, wie geschrieben steht, «Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun». Doch, seltsame Verblendung! Wie die Faszination, welche Mücken zur Kerze anzieht, welche ihre Flügel verbrennt, fliegen Menschen von Natur zum Gesetz zur Rettung und können nicht davon vertrieben werden. Das Gesetz kann nichts Anderes tun ausser Sünde aufzudecken und Verurteilung über den Sünder auszusprechen, und doch können wir Menschen nicht davon wegbringen, auch wenn wir ihnen zeigen wie süss Jesus zwischen ihnen und ihm steht. Sie sind so entzückt von rechtlicher Hoffnung, dass sie sich daran festhalten wie es nichts gibt woran sich fest zu halten; sie bevorzugen Sinai gegenüber Golgatha, obwohl Sinai nichts für sie hat ausser Donner und Trompeten Warnungen vom kommenden Gericht. O dass ihr für eine Weile sorgenvoll zuhören würdet während ich Jesus mein Herr darlege, dass ihr das Gesetz in Ihm sehen möget. Nun, was hat unser Herr mit dem Gesetz zu tun? Er hat alles damit zu tun, denn er ist ihr Ende zum vornehmsten Ziel, nämlich, zur Gerechtigkeit. Er ist das «Ende des Gesetzes». Was heisst das? Ich denke es bedeutet drei Dinge.

  • Erstens, dass Christus der Sinn und Zweck des Gesetzes ist;
  • zweitens, dass er die Erfüllung von ihm ist;
  • und drittens, dass er die Beendigung von ihm ist.

Erstens, also, unser Herr Jesus Christus ist der Sinn und Zweck des Gesetzes. Es wurde gegeben um uns zu ihm zu führen. Das Gesetz ist unser Lehrmeister um uns zu Christus zu bringen, oder vielmehr unser Begleiter um uns zur Schule von Jesus zu führen. Das Gesetz ist das grosse Netz in dem die Fische eingeschlossen sind, damit sie aus dem Element der Sünde herausgezogen werden können. Das Gesetz ist der stürmische Wind, der Seelen in den Hafen oder die Zuflucht treibt. Das Gesetz ist der Gerichtsdiener um Menschen für ihre Sünden im Gefängnis einzusperren, sie alle unter der Verurteilung einschliessend damit sie auf die freien Gnade Gottes allein zu ihrer Befreiung blicken mögen. Das ist das Ziel des Gesetzes: Es leert damit Gnade füllen mag, und verletzt damit Erbarmen heilen mag. Es war nie Gottes Absicht für uns, als gefallene Menschen, dass das Gesetz als ein Weg zur Rettung für uns angesehen werden soll, denn ein Weg zur Rettung kann es nie sein. Wäre der Mensch nie gefallen, wäre seine Natur geblieben wie sie Gott gemacht hat, wäre ihm das Gesetz äusserst hilfreich gewesen um ihm den Weg zu zeigen in dem er wandeln sollte: Und indem er es hielte hätte er gelebt, denn «der diese Dinge tut, wird durch sie leben».

 

Aber seit der Mensch gefallen ist, hat ihm der Herr kein Weg zur Rettung durch Werke vorgeschlagen, denn er weiss, dass es für eine sündige Kreatur unmöglich ist. Das Gesetz ist bereits gebrochen; und was auch immer der Mensch tun kann, er kann den Schaden nicht reparieren den er bereits angerichtet hat: Somit ist er ausser Betracht was die Hoffnung des Verdienstes angeht. Das Gesetz fordert Perfektion, aber der Mensch hat sie bereits verfehlt; und so lass ihn sein Bestes geben. Er kann nicht vollbringen was unverzichtbar ist. Das Gesetz ist gedacht um den Sünder zum Glauben an Christus zu führen, indem es die Unmöglichkeit irgendeines anderen Weges aufzeigt. Es ist der schwarze Hund um die Schafe zum Hirten zu holen, die brennende Hitze die den Reisenden in den Schatten des grossen Felsen in einem dürren Land treibt. Schau wie das Gesetz auf das angepasst ist; denn, als erstes, zeigt es dem Menschen seine Sünde. Lese die zehn Gebote und erzittere wie du sie liest. Wer kann seinen eigenen Charakter mit den beiden Tafeln göttlicher Empfindungen nebeneinander aufstellen ohne unmittelbar überzeugt zu werden, dass er weit hinter dem Standard zurückliegt? Wenn das Gesetz bei der Seele ankommt ist es wie Licht in einem dunklen Zimmer das den Staub und Schmutz zu erkennen gibt, welcher sonst nicht wahrgenommen wurde. Es ist der Test welcher die Gegenwart vom Gift der Sünde in der Seele aufdeckt. «Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war;» sagte der Apostel, «als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf, und ich starb;». Unsere Schicklichkeit schwindet völlig dahin wenn das Gesetz darauf bläst. Siehe dir die Gebote an, sage ich, und denke daran wie umfassend sie sind, wie geistig, wie weitreichend. Sie berühren nicht nur den äusseren Akt, sondern tauchen in die inneren Motive und behandeln das Herz, den Verstand, die Seele. Es gibt eine tiefere Bedeutung in den Geboten als auf ihrer Oberfläche scheint. Starr in ihre Tiefen und sieh wie schrecklich die Heiligkeit ist die sie fordern. Wie du verstehst was das Gesetz verlangt wirst du erkennen wie weit du davon bist es zu erfüllen, und wie Sünde reichlich vorhanden ist wo du dachtest, dass da wenig oder nichts von ihr ist. Du dachtest dich reich und angewachsen an Gütern und in nichts mangelnd, aber wenn dich das gebrochene Gesetz besucht, starrt dir geistiger Bankrott und äusserste Armut ins Gesicht. Eine korrekte Waage entdeckt schnell Untergewicht, und dies ist die erste Auswirkung des Gesetzes auf das Gewissen des Menschen. 

 

Das Gesetz zeigt auch die Folgen und das Unheil der Sünde. Schaut euch die Typen der alten Mosaischen Dispensation an, und seht wie sie dazu gedacht waren um Menschen zu Christus zu führen indem sie sie ihren unreinen Zustand und ihr Bedarf einer solchen Reinigung die nur er geben kann sehen liessen. Jeder Typ zeigte auf unseren Herrn Jesus Christus. Wenn Menschen wegen Krankheiten oder Unreinheit abgesondert wurden, wurden sie dazu gebracht zu verstehen wie sie Sünde von Gott und von seinem Volk trennt; und wenn sie zurückgebracht wurden und mit geheimnisvollen Riten gereinigt wurden in denen scharlachrote Wolle und Ysop und dergleichen war, wurden sie dazu gebracht zu verstehen wie sie nur durch Jesus Christus, dem grossen Hohepriester, wiederhergestellt werden konnten. Wenn der Vogel getötet wurde damit der Aussätzige rein sein möge, wurde die Not der Reinigung durch das Opfer eines Lebens dargelegt. Jeden Morgen und Abend starb ein Lamm um von der täglichen Not an Vergebung zu erzählen, wenn Gott mit uns wohnen soll. Wir haben manchmal für schuldig befunden zu viel über Blut zu reden; doch unter dem Alten Testament scheint das Blut alles gewesen zu sein, und es wurde nicht nur davon geredet, sondern sogar vor Augen geführt. Was sagt uns der Apostel im Hebräer? «Daher wurde auch der erste [Bund] nicht ohne Blut eingeweiht. Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk, wobei er sprach: »Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen hat!« Auch das Zelt und alle Geräte des Gottesdienstes besprengte er in gleicher Weise mit Blut; und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.» Das Blut war auf dem Schleier, und auf dem Altar, auf den Behängen, und auf dem Boden der Stiftshütte: Niemand konnte vermeiden es zu sehen. Ich beschliesse mein Dienst von gleichem Charakter zu machen, und ihn mehr und mehr mit dem Blut der Sühne zu besprengen. Jetzt da Überschwang des Blutes in früheren Tagen gedacht war um klar zu zeigen, dass die Sünde uns so verschmutzt hat, dass ohne eine Sühne Gott nicht zu nahen ist: Wir müssen mittels Opfer kommen oder aber gar nicht. Wir sind so inakzeptabel in uns selbst, dass der Herr, es sei denn er sieht uns mit Jesus Blut über uns, uns wegschaffen muss. Das alte Gesetz, mit seinen Sinnbildern und Abbildungen, legte viele Wahrheiten bezüglich der Menschen Identität und des kommenden Erlösers dar, mit der Absicht durch jedes dieser Christus zu predigen. Wenn irgendwelche davor Halt machten, haben sie die Absicht und Auslegung des Gesetzes verfehlt. Moses führte zu Josua, und das Gesetz endet mit Jesus.

 

Wenn wir unsere Gedanken wieder zurück auf das moralische und nicht das zeremonielle Gesetzt wendend, war dieses gedacht um Menschen ihre völlige Hilflosigkeit zu lehren. Es zeigt ihnen wie weit sie zurückbleiben von dem was sie sein sollten, und es zeigt ihnen auch, wenn sie aufmerksam hinsehen, wie völlig unmöglich es für sie ist dem Standard gerecht zu werden. Solch eine Heiligkeit wie es das Gesetz fordert kann kein Mensch von sich aus erreichen. «Dein Gebot reicht sehr weit.» Wenn ein Mensch sagt er kann das Gesetz halten, ist es, weil er nicht weiss was das Gesetz ist. Wenn er sich einbildet, dass er jemals zum Himmel klettern kann den zitternden Seiten des Sinais empor, hat er sicherlich überhaupt nie diesen brennenden Berg gesehen. Halte das Gesetz! Ach, meine Brüder, während wir noch darüber reden brechen wir es; während wir so tun als ob wir seine Buchstaben erfüllen könnten, verletzen wir ihren Geist, denn Stolz bricht das Gesetz so sehr wie Begierde oder Mord. «Wie könnte ein Reiner vom Unreinen kommen? Nicht ein Einziger!» «wie will der rein sein, der von der Frau geboren ist?» Nein, Seele, du kannst dir in dieser Sache nicht selbst helfen, denn weil du nur durch Perfektion durch das Gesetz leben kannst, und weil diese Perfektion unmöglich ist, kannst du keine Hilfe im Bund der Werke finden. In der Gnade ist Hoffnung, aber von Schulden wegen ist da keine, denn wir verdienen nichts ausser Zorn. Das Gesetz sagt uns dies, und je früher wir das wissen desto besser, denn umso früher werden wir zu Christus fliegen. Das Gesetz zeigt uns auch unsere grosse Not—unsere Not von Reinigung, Reinigung mit dem Wasser und mit dem Blut. Es zeigt uns unsere Unreinheit und das, natürlich, führt uns dazu zu spüren, dass wir davon gereinigt werden müssen wenn wir jemals Gott nahen sollen. So treibt uns das Gesetz dazu, Christus als die einzige Person zu akzeptieren die uns reinigen und uns bereit machen kann um innerhalb des Vorhangs in der Gegenwart des Höchsten zu stehen. Das Gesetz ist des Chirurgen Messer, welches das stolze Fleisch herausschneidet so dass die Wunde heilen kann. Das Gesetz, aus sich selbst, fegt nur den Staub und lässt ihn aufsteigen — aber das Evangelium sprengt reines Wasser auf den Staub — und alles ist gut in der Kammer der Seele. Das Gesetz tötet, das Evangelium macht lebendig! Das Gesetz entblösst und Jesus Christus kommt herein und kleidet die Seele ein in Schönheit und Herrlichkeit. Alle Gebote und alle Typen führen uns zu Christus, wenn wir nur ihre offenkundige Absicht beachten. Sie nehmen uns von der falschen Basis der Selbstgerechtigkeit und bringen uns zu verstehen, dass nur in Christus unsere Hilfe gefunden werden kann. So, als erstes, ist Christus das Ende des Gesetzes, indem Er ihr grosser Zweck ist.

 

Und nun, zweitens, ist Er des Gesetzes Erfüllung. Es ist unmöglich für irgendjemand von uns gerettet zu werden ohne Gerechtigkeit; der Gott des Himmels und der Erde, durch unveränderliche Notwendigkeit, verlangt Gerechtigkeit von all Seinen Kreaturen. Nun, Christus ist gekommen um uns die Gerechtigkeit zu geben welche das Gesetz fordert, aber welche es nie verleiht. Im Kapitel vor uns lesen wir von der «Gerechtigkeit aus Glauben», welche auch «Gottes Gerechtigkeit» genannt wird. Und wir lesen von denen die «nicht zuschanden werden», weil sie durch den Glauben gerecht sind, «denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden». Was das Gesetz nicht konnte hat Jesus getan! Er beschafft die Gerechtigkeit welche das Gesetz verlangt, aber nicht hervorbringen kann! Was für eine erstaunende Gerechtigkeit das sein muss, welche so breit und tief und lang und hoch ist wie das Gesetz selbst! Die Gebote sind überaus breit, und die Gerechtigkeit Christi ist so breit wie die Gebote und geht bis an ihr Ende. Christus ist nicht gekommen, um die Gesetze milder zu machen, oder um es für unseren rissigen und zerschlagenen Gehorsam möglich zu machen als eine Art Kompromiss akzeptiert zu werden. Das Gesetz ist nicht genötigt seine Bedingungen zu senken, als ob es ursprünglich zu viel verlangt hätte. Es ist heilig, gerecht, und gut; und sollte in keinem Jota oder Pünktchen geändert werden — noch kann es dies. Unser Herr gibt dem Gesetz alles was es benötigt, nicht ein Teil — denn das wäre ein Zugeständnis, dass es gerechterweise von vornherein mit weniger zufrieden sein können hätte. Das Gesetz beansprucht vollen Gehorsam ohne Makel oder Flecken, Fehlschlag, oder Mangel. Und Christus hat solch eine Gerechtigkeit wie diese eingebracht, und gibt sie seinem Volk. Das Gesetz verlangt das die Gerechtigkeit ohne unterlass der Pflicht und ohne Begehen von Sünde sein soll — und die Gerechtigkeit, die Christus eingebracht hat ist genau so eine um deren Willen der grosse Gott Sein Volk akzeptiert und sie als ohne Flecken oder Falten oder irgendetwas dergleichen rechnet. Das Gesetz wird nicht ohne geistigen Gehorsam zufrieden sein — rein äusserliche Erfüllung wird nicht zufriedenstellen. Aber unseres Herrn Gehorsam war so tief wie sie breit war, denn Sein Eifer den Willen dessen zu tun der Ihn gesandt hat, hat ihn verzehrt. Er sagt selbst, «deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.»

 

Solch eine Gerechtigkeit tut er auf alle Gläubige. «So werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.» Gerecht in vollem Masse — perfekt in Christus! Wir erfreuen uns das kostbare Kleid von unbescholtenen weissen Leinen zu tragen das Jesus vorbereitet hat und spüren, dass wir darin gekleidet vor der Majestät des Himmels stehen können ohne einen zitternden Gedanken! Das ist etwas zum Verweilen, liebe Freunde. Nur als gerechte können wir gerettet werden, aber Jesus Christus macht uns gerecht, und darum sind wir gerettet! Der ist gerecht welcher an Ihn glaubt, wie auch Abraham Gott glaubte und es ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde. «So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind,» weil sie in Christus gerecht gemacht werden. Ja, der Heilige Geist, durch den Mund des Paulus fordert alle Menschen, Engel, und Teufel auf, irgendetwas zur anklage von Gottes Erwählten vorzubringen, denn Christus ist gestorben. Oh Gesetz, wenn du von mir eine perfekte Gerechtigkeit verlangst, weise ich sie dir auf, oder durch Christus Jesus, der ich ein Gläubiger bin, Glaube wird mir zur Gerechtigkeit gerechnet. Die Gerechtigkeit Christi ist mein, denn ich bin eins mit Ihm durch den Glauben und das ist der Name mit dem Er genannt wird — «Der HERR ist unsere Gerechtigkeit».

 

Jesus hat somit die ursprünglichen Forderungen des Gesetzes erfüllt, aber wisst ihr, Brüder und Schwester, dass es, weil wir das Gesetz gebrochen haben andere Forderungen gibt. Für den Erlass vergangener Sünden wird, jetzt, etwas mehr verlangt als gegenwärtiger und zukünftiger Gehorsam. Über uns wurde, unserer Sünden wegen, der Fluch ausgesprochen und eine Strafe ist angefallen. Es steht geschrieben, dass Er, «keineswegs ungestraft lässt,» sondern jede Übertretung und Ungerechtigkeit soll ihre gerechte Bestrafung und Belohnung haben. Hier, sodann, lasst uns bewundern, dass der Herr Jesus Christus das Ende des Gesetzes bezüglich der Strafe ist! Dieser Fluch und die Bestrafung sind schreckliche Dinge um darüber nachzudenken, aber Christus hat all ihr Übel beendet und uns somit von all den Konsequenzen der Sünde entbunden! Soweit es jeden Gläubigen betrifft, fordert das Gesetz keine Strafe und äussert kein Fluch. Der Gläubige kann auf die grosse Bürgschaft am Holz von Golgatha zeigen, und sagen, «Siehe dort, oh Gesetz, dort ist die Verteidigung der göttlichen Gerechtigkeit welche ich dir biete! Jesus, das Blut seines Herzens von Seinen Wunden ausgiessend und sterbend meinetwegen ist meine Antwort auf deine Forderungen! Und ich weiss, dass ich vom Zorn errettet werden wird durch Ihn.» Die Forderungen des Gesetzes, sowohl als gebrochen als auch ungebrochen, hat Christus beglichen — sowohl die positiven als auch die strafrechtlichen Forderungen sind in Ihm zufrieden gestellt. Dies war eine Arbeit würdig eines Gottes und siehe, der menschgewordene Gott hat es zustande gebracht! Er hat die Übertretung beendet, der Sünde ein Ende gemacht, für die Ungerechtigkeit versöhnt und brachte ewige Gerechtigkeit ein! Alle Ehre sei Seinem Namen!

 

Zudem, wurde nicht nur die Strafe bezahlt, sondern Christus hat grosse und spezielle Ehre auf das Gesetz gelegt indem er dies tat. Ich wage zu sagen, dass wenn die ganze Menschheit das Gesetz Gottes gehalten hätte und kein einziger von ihnen hätte es übertreten, würde das Gesetz nicht in so einer prächtigen Ehren Stellung stehen wie es das heute tut wo der Mensch, Christus Jesus, welcher auch der Sohn Gottes ist, ihm Ehrerbietung gab. Gott, Selbst, Menschgeworden, hat in Seinem Leben und noch mehr in Seinem Tod, die Vorrangstellung des Gesetzes offenbart — Er hat gezeigt, dass nicht einmal Liebe oder Souveränität die Gerechtigkeit beiseitelegen kann. Wer kann etwas gegen das Gesetz sagen dem sich der Gesetzgeber, Selbst, fügt? Wer soll nun sagen, dass es zu streng ist, wenn Der, der es gemacht hat Sich selbst seinen Bestrafungen fügt? Weil Er in der Erscheinung eines Menschen erfunden wurde und unser Stellvertreter war, verlangte der Herr von seinem eigenen Sohn perfekten Gehorsam dem Gesetz, und der Sohn beugte sich ihm freiwillig ohne ein einziges Wort, ohne eine Ausnahme zu machen in seiner Aufgabe. «Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude;» sagte Er, und Er bewies, dass es so ist indem Er ihm die Ehre erwies sogar in vollem Masse! Oh wunderbares Gesetz unter dem selbst Immanuel dient! Oh unvergleichliches Gesetz dessen Joch selbst der Sohn Gottes nicht zu tragen verachtet, sondern entschlossen Seine Erwählten zu retten, unter das Gesetz getan wurde, unter ihm lebte und unter ihm starb, «gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.».

 

Des Gesetzes Beständigkeit wurde auch durch Christus gesichert. Das, allein, kann bestehen was als gerecht erwiesen wird, und Jesus hat bewiesen, dass das Gesetz dies ist, indem er es verherrlichte und ehrenwert machte. Er sagt, «Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.» Ich werde euch zeigen müssen wie Er dem Gesetz ein Ende gemacht hat in einem anderen Sinn, aber was die Festlegung der ewigen Prinzipien von Recht und Unrecht angeht, Christi Leben und Tod haben dies für immer errungen. «Wir richten das Gesetz auf.» sagt Paulus, «Wir heben das Gesetz nicht auf durch den Glauben». Das Gesetz wird durch eben dieses Evangelium des Glaubens als heilig und gerecht bewiesen, denn das Evangelium in das der Glaube glaubt verändert oder senkt das Gesetz nicht, sondern lehrt uns wie es aufs äusserste erfüllt wurde! Nun soll das Gesetz fest stehen für immer und ewig, denn selbst um erwählte Menschen zu retten, will es Gott nicht ändern. Er hatte ein Volk, auserwählt, geliebt und zum Leben bestimmt — doch Er würde sie nicht retten auf kosten von einem Prinzip von Recht! Sie waren sündig und wie konnten sie gerechtfertigt werden es sei denn das Gesetz würde aufgehoben oder geändert? Wurde, denn, das Gesetz geändert? Es scheint als ob es so sein müsste wenn Menschen gerettet werden sollen, doch Jesus Christus kam und hat uns gezeigt wie das Gesetz  felsenfest stehen konnte und die Erlösten dennoch mit Recht gerettet werden konnten durch unendliche Gnade! In Christus sehen wir sowohl Gnade als auch Gerechtigkeit vollkommen scheinen, und doch verfinstert keines der beiden zu irgendeinem Grad das andere. Das Gesetz hat alles was es je verlangt hat, wie es auch sollte — und doch sieht der Vater aller Gnaden alle Seine auserwählten gerettet wie Er beschlossen hat das sie sollten durch den Tod Seines Sohnes! So habe ich versucht euch zu zeigen wie Christus die Erfüllung des Gesetzes zum äussersten Ende ist. Möge der Heilige Geist die Lehre segnen.

 

Und nun, drittens, ist Er das Ende des Gesetzes in dem Sinne, dass er dessen Beendigung ist. Er hat es in zwei Sinne beendigt. Als Erstes, ist Sein Volk nicht unter ihm als ein Bund des Lebens. «Wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.» Der alte Bund, wie er mit Vater Adam stand war, «tue dies, so wirst du leben.» Sein Gebot hat er nicht gehalten, folglich, lebte er auch nicht, noch leben wir in ihm, denn in Adam sterben alle. Der alte Bund wurde gebrochen und wir wurden verurteilt, aber jetzt, den Tod in Christus erlitten, sind wir nicht mehr unter ihm, sondern sind ihm gestorben. Brüder und Schwester, in diesem gegenwärtigen Augenblick, obwohl wir uns erfreuen gute Werke zu tun, suchen wir nicht das Leben durch sie! Wir erhoffen nicht göttliche Gunst durch unsere eigene Güte, noch nicht einmal uns in der Liebe Gottes zu halten durch jeglichen Verdienst unserer selbst. Auserwählt, nicht wegen unserer Werke, sondern «nach dem Wohlgefallen seines Willens,» sind wir berufen, nicht aus Werken, sondern durch Gottes Geist. Wir wünschen in dieser Gnade zu bleiben und nicht mehr zurückzukehren in die Knechtschaft des alten Bundes. Da wir unser Vertrauen auf eine Sühne setzen die aus Gnade durch Christus Jesus verschaffen und angewandt wird, sind wir nicht länger Sklaven, sondern Kinder, die nicht arbeiten um gerettet zu werden, sondern sind bereits gerettet, und arbeiten, weil wir gerettet sind! Weder das was wir tun, noch nicht einmal das was Gottes Geist in uns wirkt, ist, uns, der Grund und die Basis für Gottes Liebe zu uns, weil Er uns von vorneherein geliebt hat, weil Er uns lieben wollte, unwürdig wie wir doch waren. Und Er liebt uns, immer noch, in Christus und sieht auf uns nicht wie wir in uns selbst sind, sondern wie wir in Ihm sind, gewaschen in Seinem Blut und bedeckt in Seiner Gerechtigkeit. Ihr seid nicht unter dem Gesetz, Christus hat euch von der servilen Knechtschaft eines verurteilenden Bundes genommen und hat euch die Adoption als Kinder erhalten lassen, so dass ihr jetzt ruft, Abba, Vater!

 

Noch einmal, Christus ist die Beendigung des Gesetzes, denn wir sind nicht mehr unter seinem Fluch. Das Gesetz kann keinen Gläubigen verfluchen, es weiss nicht wie dies zu tun. Es segnet ihn, ja, und er soll gesegnet werden, denn wie das Gesetz Gerechtigkeit fordert und den Gläubigen in Christus ansieht — und sieht, dass Jesus ihm all die Gerechtigkeit gegeben hat, die es fordert — ist das Gesetz gebunden ihn zu segnen. «Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der HERR keine Schuld anrechnet, und in dessen Geist keine Falschheit ist!» Oh, die Freude erlöst zu sein von dem Fluch des Gesetzes durch Christus, der «ein Fluch wurde um unsertwillen», wie es geschrieben steht, «Verflucht ist jeder, der am Holz hängt». Versteht ihr, meine Brüder und Schwestern, das süsse Geheimnis der Rettung? Hast du jemals Jesus an deiner Stelle stehen sehen damit du an Seiner Stelle stehen magst? Christus angeklagt und Christus verurteilt! Christus hinausgeführt um zu sterben und Christus vom Vater geschlagen, sogar zu Tode! Und dann du freigegeben, gerechtfertigt, befreit von dem Fluch, weil sich der Fluch an deinem Erlöser verausgabt hat! Du wirst zugelassen den Segen zu geniessen, weil die Gerechtigkeit die Seine war jetzt auf dich übertragen wird damit du vom Herrn gesegnet werden mögest, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Lasst uns darin triumphieren und jubeln in alle Ewigkeit! Warum sollten wir nicht? Und doch begeben sich einige von Gottes Volk unter das Gesetz was die Gefühle angehen und fangen an zu fürchten, dass weil sie sich Sünde bewusst sind, sie nicht gerettet sind, wohingegen geschrieben steht, «Er rechtfertigt den Gottlosen». Ich selbst, liebe in der Nähe eines Sünders Retter zu leben. Wenn meine Stellung vor dem Herrn davon abhängen würde, was ich in mir selbst bin und was für gute Werke und Gerechtigkeit ich bringen könnte, würde ich sicherlich mich selbst täglich tausendfach verurteilen müssen! Aber um von dem weg zu kommen und zu sagen, «Ich habe an Jesus Christus geglaubt und darum ist

die Gerechtigkeit mein», das ist Friede, Ruhe, Freude und der Anfang vom Himmel! Wenn einer diese Erfahrung erlangt, beginnt seine Liebe zu Jesus Christus aufzuflammen und er fühlt, dass, wenn der Erlöser ihn von dem Fluch des Gesetzes befreit hat, er nicht in der Sünde verharren wird, sondern bestrebt in einem neuen Leben zu wandeln! Wir gehören nicht uns selbst, wir sind teuer erkauft und wir wollen, deshalb, Gott verherrlichen in unseren Körpern und in unseren Geistern, welche des Herrn sind. So viel über Christus in Verbindung mit dem Gesetz.

 

II. Nun, zweitens, UNS SELBST IN VERBINDUNG MIT CHRISTUS — denn, «Christus ist das Ende des Gesetzes für jeden, der glaubt.» Nun sehe den Punkt — «für jeden, der glaubt»—da liegt die Betonung. Komm, Mann, Frau, glaubst du? Keine gewichtigere Frage kann gestellt werden unter dem Himmel! «Glaubst du an den Sohn Gottes?» Und was ist es zu glauben? Es ist nicht einfach nur ein Set von Lehren zu akzeptieren und zu sagen, dass so-und-so ein Bekenntnis deines ist um es dann an Ort und Stelle ins Regal zu stellen und vergessen. Zu glauben ist zu vertrauen, anzuvertrauen, davon abzuhängen, darauf zu ruhen, darin zu ruhen. Glaubst du, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist? Glaubst du, dass Er an Stelle des Sünders stand und litt, der Gerechte für den Ungerechten? Glaubst du, dass Er fähig ist vollkommen zu retten, die durch Ihn zu Gott kommen? Und legst du, deshalb, das ganze Gewicht und die ganze Last deiner Seele Errettung auf Ihn, ja, auf Ihn allein? Ah dann, ist Christus dir das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit und du bist gerecht! In der Gerechtigkeit Gottes bist du gekleidet, wenn du glaubst!

 

Es nützt nichts Irgendetwas anderes vorzubringen, wenn du nicht glaubst, denn nichts wird genügen. Wenn der Glaube fehlt, dann mangelt es am wesentlichen — Sakramente, Gebete, Bibel lesen, hören des Evangeliums—du kannst sie zusammen häufen so hoch wie die Sterne, zu einem Berg wie der hohe Olympus, aber sie sind alle reine Spreu, wenn da kein Glaube ist! Es ist dein glauben oder nicht glauben, dass die Sache entscheiden muss! Schaust du weg von dir selbst zu Jesus zur Gerechtigkeit? Wenn ja, ist Er dir das Ende des Gesetzes. Nun beachte, dass keine Frage aufgeworfen wird zu deinem vorherigen Charakter, denn es steht geschrieben, «Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.» Aber, Herr, dieser Mann, bevor er glaubte, war ein Verfolger und Verletzend! Er wütete und tobte gegen die Heiligen und warf sie ins Gefängnis und begehrte ihr Blut! Ja, geliebter Freund, und das ist genau der Mann der diese Worte durch den Heiligen Geist geschrieben hat, «Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt». Also, wenn ich hier einen anspreche, diesen Morgen, dessen Leben beschmutzt wurde mit jeder Sünde und befleckt mit jeder Übertretung die wir erdenken können, doch ich sage so einem, gedenke, «Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden». Wenn du an den Herrn Jesus Christus glaubst, sind deine Ungerechtigkeiten ausgelöscht, denn das Blut Jesu Christi, Gottes teuren Sohn, reinigt uns von aller Sünde! Das ist die Herrlichkeit des Evangeliums, dass es eines Sünders Evangelium ist — gute Botschaft von Segen, nicht für die ohne Sünde, sondern für die welche bekennen und sie verlassen! Jesus kam in die Welt, nicht um die Sündlosen zu belohnen, sondern um das Verlorene zu suchen und zu retten. Und dieser, verloren und fern von Gott, der sich Gott naht durch Christus und an Ihn glaubt, wird feststellen, dass Er fähig ist Gerechtigkeit zu verleihen den Schuldigen. Er ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt und, somit, der armen Dirne die glaubt, dem viele Jahre langen Betrunkenen der glaubt, dem Dieb, dem Lügner und dem Spötter der glaubt! Jesus ist das Ende des Gesetzes denen die, zuvor, wüteten in Sünde aber jetzt davon umkehren um Ihm zu vertrauen. Aber ich weiss nicht ob ich solche Fälle wie diese erwähnen muss. Für mich ist die wunderbarste Tatsache, dass mir Christus das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit ist, denn ich glaube an Ihn. Ich weiss wem ich geglaubt habe und ich bin überzeugt, dass Er fähig ist das zu bewahren was ich Ihm anvertraut habe bis an diesen Tag. 

 

Noch ein anderer Gedanke ergibt sich aus dem Text, und dieser ist, dass nichts qualifizierend darüber gesagt wird was die Stärke des Glaubens betrifft. Jesus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der da glaubt, ob er Kleinglaube ist oder Grossherz. Jesus beschützt die hintere Reihe so wie die Vorreiter. Da ist kein Unterschied zwischen einem Gläubigen und einem anderen was die Rechtfertigung angeht. So lange da eine Verbindung zwischen dir und Christus ist, ist die Gerechtigkeit Gottes dein! Der Link mag wie ein Film sein, einer Spinnen Linie von zitterndem Glaube, aber, wenn er den ganzen Weg vom Herz bis zu Christus verläuft, kann und wird göttliche Gnade entlang des schmalsten Fadens fliessen! Es ist wunderbar wie fein der Draht sein mag, der den elektrischen Blitz überträgt. Wir mögen ein Kabel benötigen um eine Nachricht über das Meer zu tragen, aber das ist zum Schutz des Drahtes. Der Draht, welcher tatsächlich die Nachricht überträgt ist eine feine Sache. Wenn dein Glaube von der Senfkorn-Art ist; wenn er nur so viel wie zitternd den Saum des Retters Gewand berührt; wenn du nur sagen kannst, «Herr, Ich glaube. Hilf Du meinem Unglauben»; wenn es nur der Glaube des sinkenden Petrus ist, oder der weinenden Maria, wenn es jedoch Glaube an Christus ist, wir Er dir das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit sein wie auch dem Anführer der Apostel!

 

Wenn es so ist, dann, geliebte Freunde, sind wir alle die glauben Gerecht. An den Herrn Jesus Christus glaubend, haben wir die Gerechtigkeit erlangt von der diejenigen die den Werken des Gesetzes folgen nichts wissen. Wir sind nicht vollständig geheiligt — wollte Gott wir wären es! Wir sind nicht frei von Sünde in unseren Gliedern, wenn wir es auch hassen, und doch, trotz alledem, in der Sicht Gottes, sind wir wahrlich Gerecht! Und wie wir durch den Glauben qualifiziert sind, haben wir Friede mit Gott. Komm, schaut auf, ihr Gläubigen die ihr mit einem Gefühl von Sünde belastet seid! Während ihr euch selbst züchtigt und eure Sünde betrauert, bezweifelt nicht euren Retter, noch zweifelt an seiner Gerechtigkeit! Du bist schwarz, aber hör nicht da auf, fahr weiter zu sagen wie die Gemahlin tat, «Schwarz bin ich, aber lieblich» — 

 

«Obschon in uns selbst verkrümmt wir sind,

Und schwarz wie Kedars Zelte erscheinen,

Doch, wenn wir Deine Schönheiten anlegen,

Hold wie die Höfe Salomons.»

 

Nun, beachte, dass die Verbindung unseres Textes uns versichert, dass wir wie wir gerecht sind auch gerettet werden, denn wie heisst es hier? «Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.» Der gerechtfertigt ist wird gerettet, oder was wäre der Nutzen der Rechtfertigung? Über dir, Gläubiger, hat Gott das Urteil ausgesprochen, «gerettet,» und niemand soll es rückgängig machen! Du bist gerettet von Sünde und Tod und Hölle — du bist gerettet schon jetzt, mit einer gegenwärtigen Rettung — «Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf.» Fühle die Schönheit dessen zu dieser Stunde. «Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes!» Und nun bin ich fertig, wenn ich nur dies gesagt habe. Wenn irgendjemand hier denkt er könne sich selbst retten und, dass seine eigene Gerechtigkeit vor Gott genügen wird, möchte ich ihn liebevoll anflehen nicht seinen Retter zu beleidigen. Wenn deine Gerechtigkeit genügt, weshalb ist Christus hier gekommen eine zu erarbeiten? Willst du, für einen Moment, deine Gerechtigkeit mit der Gerechtigkeit von Jesus Christus vergleichen? Was für eine Ähnlichkeit ist da zwischen dir und Ihm? So viel wie zwischen einer Ameise und einem Erzengel! Nein, nicht so viel wie da—so viel wie zwischen Nacht und Tag, Hölle und Himmel! Oh, wenn ich eine Gerechtigkeit meiner selbst hätte wo niemand eine Verschuldung finden könnte, ich würde sie freiwillig hinwegschmeissen um die Gerechtigkeit Christi zu haben! Aber wie ich keine eigene habe, erfreue ich mich um so mehr die meines Herrn zu haben. Als Herr Whitefield das erste Mal in Kingswood, in der Nähe von Bristol, zu den Bergarbeitern predigte, konnte er sehen, wenn ihre Herzen anfingen berührt zu werden, anhand der weissen Rinnen, welche die Tränen machten indem sie ihre schwarzen Wangen herunterliefen. Er sah, dass sie das Evangelium annahmen und er schrieb in sein Tagebuch, «da diese armen Männer keine Gerechtigkeit ihrer selbst hatten, rühmten sie sich, deshalb, in Dem der kam um Zöllner und Sünder zu retten.» Na ja, Herr Whitefield, das trifft auf die Bergarbeiter zu, aber es trifft genauso auf viele von uns, hier, zu, die vielleicht keine schwarzen Gesichter hatten, aber wir hatten schwarze Herzen! Wir können wahrlich sagen, dass wir, auch, uns erfreuen unsere eigene Gerechtigkeit wegzuwerfen, und sie als Ramsch und Mist zählen, dass wir Christus gewinnen mögen und in Ihm befunden werden! In Ihm ist unsere einzige Hoffnung und unser einziges Vertrauen!

 

Zuallerletzt, für jeden von euch bedeutet Christi Gerechtigkeit abzulehnen für immer zu sterben, denn es kann nicht sein, dass Gott dich oder deine vorgebliche Gerechtigkeit akzeptiert, wenn du die wahre und göttliche Gerechtigkeit verweigert hast, die Er dir vorlegt in Seinem Sohn! Wenn du zu den Toren des Himmels hinaufsteigen könntest, und ein Engel würde dir sagen, «Was für einen Titel hast du um hier einzugehen?» Und wenn du antworten würdest, «Ich habe eine Gerechtigkeit meiner selbst,» dann käme, dich hereinzulassen, der Entscheidung gleich, dass deine Gerechtigkeit ebenbürtig sei mit der von Emmanuel Selbst! Kann das jemals sein? Denkst du, dass es Gott jemals zulassen würde, dass so eine Lüge geduldet würde? Wird Er eines armen, elenden Sünders gefälschte Gerechtigkeit durchgehen lassen, Seite an Seite mit dem feinen Gold von Christi Perfektion? Wozu wurde der Brunnen mit Blut gefüllt, wenn du keiner Reinigung bedarfst? Ist Christus ein Überfluss? Oh, das kann nicht sein! Du must Christi Gerechtigkeit haben oder ungerecht sein—und ungerecht wirst du nicht gerettet — und nicht gerettet musst du für immer und ewig verloren bleiben!

 

Was? Ist denn alles auf das hinausgelaufen, dass ich an den Herrn Jesus Christus glauben soll zur Gerechtigkeit um durch den Glauben gerecht gemacht zu werden? Ja, das ist es! Das ist alles. «Was? Christus vertrauen, allein, und dann leben wie ich will?» Du kannst nicht in Sünde leben nachdem du Jesus vertraut hast, denn der Akt des Glaubens bringt mit sich eine Änderung der Natur, und eine Erneuerung deiner Seele. Der Geist Gottes, der dich dazu führt zu glauben, wird auch dein Herz verändern. Du redest davon, «zu leben wie du willst.» Due wirst ganz anders leben wollen als das du das jetzt tust. Die Dinge die du vor deiner Bekehrung liebtest, wirst du hassen, wenn du glaubst—und die Dinge die du hasstest wirst du lieben. Jetzt versuchst du gut zu sein und hast grosse Fehlschläge, weil dein Herz von Gott entfremdet ist. Aber wenn du erst einmal Rettung durch das Blut Christi erhalten hast, wird dein Herz Gott lieben — und dann wirst du seine Gebote halten und sie werden dir nicht länger schwerfallen. Eine Herzensveränderung ist was du brauchst, aber du wirst sie nie erhalten ausser durch den Bund der Gnade. Da ist kein Wort von Bekehrung im alten Bund—für das müssen wir auf den neuen Bund schauen! Und hier ist es — «Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.» Das ist eines der grössten Bundes Verheissungen — und der Heilige Geist vollbringt es in den Erwählten! Oh, dass der Herr dir süss zureden würde an den Herrn Jesus Christus zu glauben — und diese Verheissung samt allen anderen Bundesversprechen sollen deiner Seele erfüllt werden! Der Herr segne dich! Geist Gottes, sende Dein Segen auf diese meine armen Worte um Jesu Willen. Amen.

 

VOR DER PREDIGT GELESENER SCHRIFT ABSCHNITT — RÖMER 10.

LOBLIEDER VON “EIGENEM LOBLIED BUCH”—231, 535, 647.

Adaptiert von The C. H. Spurgeon Collection, Version 1.0, Ages Software.

BETE, DASS DER HEILIGE GEIST DIESE PREDIGT BRAUCHEN MÖGE, UM VIELE ZU RETTENDER ERKENNTNIS VON JESUS CHRISTUS ZU BRINGEN!

Durch Gottes Gnade, für alle 63 Bände von C. H. Spurgeon Predigten in Modernem Englisch, und 574 Spanische Übersetzungen, besuche: www.spurgeongems.org www.romans45.org/spurgeon/sermons/1325.htm

27.12.2017

 

Übersetzung: David Suppiger